Das 19. Jahrhundert
Das Jahr 1871 begann tragisch für die Holzkirchner Wehr. Der erst 51jährige Kommandant verstarb am 15. März nach kurzem Leiden.
Doch das Leben ging weiter. Am 22. Mai 1871 wurde der Feuerwehr von der Gesellschaft Heiterkeit ein Trinkhorn übergeben. Das Horn sollte nur bei gesellschaftlichen Anlässen oder bei Ausflügen dienen, nicht aber zu beliebigen Trinkgelagen verwendet werden, wie in der Chronik vermerkt wurde. Sollte die Feuerwehr aufgelöst werden, würde das Trinkhorn an die Gesellschaft Heiterkeit zurückfallen.
 
16. Juli 1871: Auf Einladung der Feuerwehr Schwabing beteiligten sich die Holzkirchner am Ehrenspalier beim Einzug der siegreichen Bayerischen Truppen in München.
 
29. Juli 1871: Weihe der ersten Fahne der Feuerwehr Holzkirchen. Die Patenschaft hatte die Feuerwehr Miesbach übernommen.
Bild von alter Fahne (wird nachgeliefert)
 
7. Februar1872: Einsatz beim ersten Großbrand nach Gründung der Feuerwehr. Es brannte beim Raufer (Wasenmeier). Das rasche und gekonnte Eingreifen wurde mit einer Belobigung durch das Bezirksamt Miesbach gewürdigt.
 
10. Februar 1873: Erster Feuerwehrball im Saal der Post.
 
4. November 1875: Um Mitternacht brannte es im Hotel Oberbräu. Die FF Holzkirchen hat sich beim Brand durch das "schnelle, muthige, außdauernde und einsichtsvolle Wirken" derartig hervorgetan, daß die Feuerwehr von Gemeinde und Bezirksamt belobigt wurde.
 
15. Mai 1879: Die Gemeindeverwaltung legte durch Beschluß die Lärmzeichen zur Alarmierung bei Bränden fest: Bei Feuersbrünsten im eigenen Gemeindebezirk sollen abwechselnde Signale mit der kleinen und großen Kirchenglocke gegeben werden. Bei auswärtigen Bränden soll das Zeichen nur durch Läuten der großen Glocke erfolgen.
 
9. Juli 1881: Auf der Verwaltungsratssitzung wurde Klage geführt, daß anläßlich des Brandes beim Zacherl in Oberdarching sich mehr Männer als vorgeschrieben, teilweise sogar ohne Ausrüstung, auf Spritze und Mannschaftswagen setzten und auch den Anweisungen der Zug- und Rottenführer nicht Folge leisteten. Deshalb wurde festgelegt: In Zukunft fährt die Spritze und der Mannschaftswagen zu auswärtigen Bränden nur auf Kommando des zuerst anwesenden Kommandanten, Adjutanten, Zug- oder Rottenführer. Dabei dürfen auf der Spritze nicht mehr als vier Personen aufsitzen und zwar der Kutscher, ein Zeug- oder Rottenführer der Spritzenmannschaft, ein Steiger und ein Spritzenmann. Auf dem Mannschaftswagen: 13 Mann einschließlich Kutscher. Diese Anordnung sei den Mannschaften wiederholt einzuschärfen.
 
Mannschaftswagen aus den 80er Jahren
 
5. August 1884: Brand beim Grünerbräu in Tölz. Unsere Spritze wurde mit einem Sonderzug nach Tölz gefahren.
Brand beim Neuwirt am 4. Dezember 1885
 
Am 4. Dezember 1885 schlich der geistig behinderte Franzl zum Stadl des Neuwirtshauses und legte Feuer. Beim Neuwirt brennt's!" schrie er dann am Marktplatz, obwohl noch gar kein Rauch zu sehen war. Der Stadl brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Durch Flugfeuer wurden schon die Nachbaranwesen beschädigt, und selbst im Kirchturm begann das Gebälk zu brennen. Die Feuerwehrmänner, die seit Stunden gegen das rasende Element gekämpft hatten, wurden mutlos.
Da stürmte vom Bahnhof her im Laufschritt die Miesbacher Feuerwehr, um zu helfen und die Kirche vor der drohenden Vernichtung zu retten.
Aber der Druck der Löschwasserspritze reichte nicht bis zur Kirchturmspitze. Kurz entschlossen stieg Andreas Weber - damals Adjutant der Freiwilligen Feuerwehr Roggersdorf - im Innern des Turms die Treppen hinauf, ließ sich ein paar Eimer Wasser nachtragen, nahm einen Schurz, tauchte denselben immer wieder in den Wassereimer und bekämpfte erfolgreich den Brand.
 
Gruppe aus den 80er Jahren
von links: Kriege Bernhard, Hahn August,
Mayer Michael, Binder Gustav,
Andelshauser Josef, Simmerl Max
auf der Leiter: Deibl Anton

 

1. Juli 1887: Blitzschlag in Hartpenning bei Johann Obermüller (zum Zacherl)
 
30. 4. 1890: Brand des Anwesens von Josef Lüftiger, Wöhrerbauer in Osterwarngau
 
7. 8. 1895: Insgesamt waren 34 Mann bei der Festausschußsitzung zur Vorbereitung der 25-Jahrfeier anwesend. Es wurde beschlossen, daß die Vergütungskasse mit 800 - 1000 Mark Kredit leistet. Damit wurde die Anfertigung der Triumph- und Flaggenbäume, der Festzeichen, der Fahnenbänder mit Glanzgoldaufdruck und die Festmusik finanziert.
Am Festplatz (Postkeller) sollten Tische für die Gesamtfeuerwehr von ca. 1000 Mann aufgestellt und markiert werden.
Das 25jährige Gründungsfest fand am 8. Sept. 1895 statt und wurde ein großer Erfolg.
Großfeuer beim Oberbräu und Kupferschmied am 4. Dezember 1895
Zehn Jahre nach dem verheerenden Brand von 1885, fast auf den Tag genau, war wieder ein Großfeuer am Marktplatz ausgebrochen.

 

 
Am 5. Dezember 1895, so wird berichtet, hatte den ganzen Tag lang ein orkanartiger Föhnsturm gewütet. Gegen Abend brach im Oberbräu-Stadl Feuer aus, das bei dem herrschenden Sturm in Windeseile um sich griff und den ganzen inneren Markt zu zerstören drohte.
 
Das gesamte Oberbräu-Anwesen und das angrenzende Kupferschmied-Haus brannten bis auf die Grundmauern nieder.
Alle Einrichtungsgegenstände, die Futtervorräte und Maschinen wurden durch die Katastrophe vernichtet. Mit Mühe konnte das Vieh gerettet werden. Beim Oberbräu gingen in den Kellern 1000 Hektoliter Bier zugrunde.
In den Nachtstunden griff das Feuer auf die Kirche über. 32 Feuerwehren umliegender Ortschaften eilten der Holzkirchner Feuerwehr zu Hilfe. Die Freiwillige Feuerwehr Miesbach kam mit einem Sonderzug und rettete den Kirchturm.
Durch Konzentration aller Kräfte konnte ein Übergreifen auf die Nachbargebäude verhindert werden.

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