Das 19. Jahrhundert
Im Frühjahr 1870 bildeten Theodor Gleißner, Josef Höß, Georg Neumüller und Pankraz Seidl ein Komitee zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr nach Münchner Vorbild, um die Brandbekämpfung besser zu organisieren, um Übungen abzuhalten und besseres Gerät beschaffen zu können.

 

Aufruf zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Holzkirchen

 

In einem Aufruf wurde für Sonntag, den 10. April 1870, um 2 Uhr nachmittags zur Gründungsversammlung in das Gasthaus zur Post eingeladen. Weiter eingeladen hatte das Komitee Herrn Inspektor Jung, Vorstand der Feuerwehr München und Herrn Notar Kammerer, Kommandant der Feuerwehr Miesbach, sowie die Vorstände aller bereits bestehenden Ortsvereine. Die beiden Erstgenannten hielten begeisternde Ansprachen zur Gründung einer Feuerwehr Holzkirchen. Herr Rieder betonte den praktischen Ausdruck von christlicher Nächstenliebe im Feuerwehreinsatz und mahnte zur Fernhaltung aller religiösen und politischen Fragen.

 

Das Komitee forderte die Gründung des Vereins, einer Feuerwehr auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhend, und stellte den Antrag auf Wahl eines provisorischen Ausschusses per Acclamation.
Folgende Holzkirchner waren zur Übernahme eines Amtes bereit: Erster Vorstand war der Steinmetz Jakob Voggenauer, erster Kommandant der Schlossermeister Josef Stangl, als Kassier trat der Bierbrauer
 
Anton Hilpoltsteiner, als Schriftführer der Geschäftsmann Luis Wiesböck und als Zeugwarth der Bader Johann Stitzinger an.
Bürgermeister Schweyer sagte der neugegründeten Freiwilligen Feuerwehr Holzkirchen seinerseits jede mögliche Unterstützung zu.
42 Männer verpflichteten sich per Handschlag zur aktiven Dienstleistung, eine stattliche Reihe ließ sich als fördernd aufnehmen.
Das erste Mannschaftsphoto
 
Eine Sektion der Freiwilligen Feuerwehr München, die in Uniform erschienen war, entlockte der Versammlung große Anerkennung wegen der Klarheit und Ruhe der Kommandos und der Schnelligkeit und Sicherheit der Ausführung.

 

Die Marktgemeinde bewilligte 100 Gulden zum Ankauf von Geräten. Die angeschafften Geräte waren in erster Linie Leitern und Schläuche. Letztere hingen nach Gebrauch in ihrer ganzen Länge zum Trocknen vom Kirchturm herunter. Auch Messinghelme wurden schon 1870 gekauft, das Stück zu 3 Gulden 36 Kreuzer und einer für den Kommandanten um 5 Gulden 76 Kreuzer.

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