Das 19. Jahrhundert
Kaum ein anderer Ort des Oberlandes hat so viel durch Brandschaden erleiden müssen, als gerade Holzkirchen. Es half auch alles zusammen, um den Markt gegenüber der Feuerfurie machtlos zu machen. Die Häuser in einer steinarmen, aber um so holzreicheren Gegend waren naturgemäß aus dem naheliegenden Material erbaut, also fast ausschließlich Holzhäuser.
 
Das ganze umliegende Hochplateau bot kaum ein armseliges Gerinsel, sonst keinerlei natürliche Wasserader, so daß die Löschflüssigkeit erst stundenweit auf Wagen herangebracht werden mußte. Dazu kamen in der früheren Zeit unvollkommene technische Bekämpfungsmittel, zeitraubende Herbeiholung der Helfer und umständliche Benachrichtigung nach außen. Wenn also Feuer über Holzkirchen kam, dann war es fast jedesmal eine Katastrophe.

 

Seit dem 12. Jahrhundert hatte der Markt eine Wasserleitung vom Taubenberg her. In hölzernen Rinnen floß das spärliche Rinnsal zu einem Brunnenbecken in der Nähe der Kirche. Auch hatte fast jedes Haus eine Zisterne, in welcher das Regenwasser gesammelt wurde.
Um dem ständigen Wassermangel abzuhelfen, ließ der Tegernseer Abt Ayndorffer von 1450 bis 1453 am Marktplatz einen Tiefbrunnen graben. Die Arbeit dauerte drei Jahre, von 1450 bis 1453, es mußte 45 Klafter (ca. 80 Meter) tief durch den Nagelfluh gegraben werden, was neben viel Schweiß auch 350 Pfund Pfennige (oder 342 Gulden und 30 Kreuzer) Kosten verursachte.
1878 ließ die Gemeinde den Brunnen überbauen (aber nicht auffüllen), und jetzt deckt ein ganz gewöhnlicher Kanaldeckel den noch immer etwa 70 Meter tiefen, über fünfhundertjährigen Brunnenschacht, an den eine am Rathaus angebrachte Tafel erinnert.

 

Wenn es in Holzkirchen brannte und das geschah sehr oft, dann rannte alles Volk zu diesen dürftigen Wasserstellen, um in größter Eile das Wasser mit hölzernen und ledernen Eimern zu schöpfen, die von Hand zu Hand bis zum Brandplatz weitergegeben wurden. Meistens mußte man trotzdem hilflos zuschauen, wie die aus Holz erbauten Häuser verbrannten, wenn der Wind die Flammen von einem Haus zum andern trieb.
So war es auch 1490, als 15 Häuser des Ortes samt der Kirche niederbrannten. Es war der erste überlieferte Brand des Ortes. Das Kloster Tegernsee half, die Kirche neu zu bauen und auch die einfacheren Häuser, Ställe und Werkstätten waren rasch wieder errichtet.
Der Abt von Tegernsee und Grundherr Holzkirchens, Quirin Regler (1492 - 1500), erließ 1493 für Holzkirchen eine Polizeiordnung, in welcher bei unvorsichtigem Umgang mit Feuer strenge Strafen angedroht wurden.
Im 16. Jahrhundert wurde unser Ort innerhalb von fünfzig Jahren dreimal ein Raub der Flammen: Im Jahr 1542 brannte der ganze Markt ab. Mitte November 1562 wurde der Markt ebenfalls total zerstört. Im Jahr 1586 brannte erneut ein großer Teil des Ortes nieder.
Auch späterhin wüteten des öfteren noch schwere Feuersbrünste und es läßt sich sagen, daß wohl nicht so leicht ein Ort ähnlicher Größe so oft von einem Brandunglück betroffen war, als Holzkirchen. Bis nach den napoleonischen Kriegen folgten fast ununterbrochen Kriegszeiten, Truppeneinquartierungen und andere Belastungen.
Diese alte Spritze von 1830 wurde der Feuerwehr bei der Gründung von der Marktgemeinde übergeben
Die Bevölkerung verarmte und erst im frühen 19. Jahrhundert trat langsam eine Besserung ein. Da trafen erneute Schicksalsschläge die geplagten Einwohner Holzkirchens:
Am 21. November 1841 fiel in einer Novembernacht bei einem Großbrand die ganze nordöstliche Marktplatzseite samt dem prächtigen Bauwirtshaus dem Roten Hahn" zum Opfer.
Schon drei Jahre später, am 24.5.1844, entstand im Markt erneut ein großes Schadensfeuer.
Beim Schmiedkramer Morassi (jetzt Marktplatz 13) war im Stadl das Feuer ausgebrochen. Es erfaßte das Schmiedkramer-Anwesen, griff auf das Sautreiber-Wirtshaus und das Haus des Platzschmieds über, vernichtete das Haus des Welschkramers Seidl sowie den Oberbräu samt allen Nebengebäuden und die Schmalzbäck- und Hoißbäckhäuser.
Das schöne Kupferschmiedhaus blieb gerade noch verschont, aber die ganze westliche Häuserzeile lag in Schutt und Asche.
Noch einmal ertönten am 26. März 1861 die Feuerglocken:
Das große alte Hauslbräu-Gasthaus brannte vollständig nieder und auch der Dachstuhl des Postbräuhauses und das Anwesen des Kaiserbauern standen in Flammen.
Brand 1895
Die Kirche war durch den Funkenregen gefährdet, als sich plötzlich der Wind drehte. Daraufhin konnten Kirche und Postbräu gerettet werden.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.