Ausbildung

 

Feuerwehr-Handwerk
 

Können Sie sich vorstellen, daß ein Handwerker seinen Beruf ausübt, ohne sich vorher Fachkenntnisse und -fertigkeiten angeeignet zu haben? Sicher möchten Sie von solch einem Handwerker nicht unbedingt Aufträge ausführen lassen. Ähnlich verhält es sich in unserem Bereich, denn auch das "Feuerwehrhandwerk" will gelernt sein.

 
 

Am Anfang des Dienstes in einer Feuerwehr muß deshalb eine "Lehre" stehen, in der die "Feuerwehr-Lehrlinge" (neuerdings werden Lehrlinge auch als Auszubildende bezeichnet) ihr Handwerk erlernen. Man sollte meinen, eine Selbstverständlichkeit, aber die Erfahrungen bestätigen dies leider nicht. Oder sind Sie vielleicht der Meinung, der Feuerwehrdienst ist so einfach und anspruchslos, daß jeder diese Aufgabe ohne Vorkenntnisse und Übung bewältigen kann?

Feuerwehr-Lehre

 

Wenn ein Lehrling seine Ausbildung abschließt, soll er alle grundlegenden Arbeiten seines Fachs unter Aufsicht eines Meisters selbständig in Zusammenarbeit mit Kollegen ausführen können. Jeder Feuerwehrdienstleistende muß demnach die für den Feuerwehrdienst erforderlichen fachlichen Fertigkeiten beherrschen und nach Anweisung eines Gruppenführers anwenden können (z.B. Aufbau der Wasserversorgung, Einsatz einer tragbaren Leiter, Rettungsknoten, Arbeiten mit der Brechstange).

 

Für den Feuerwehr-Lehrling heißt dies, daß er sein Handwerkszeug, d.h. die Geräte der Feuerwehr, und die erforderlichen Arbeitsgänge kennen und beherrschen lernt. Besonders wichtig ist das Erlernen der Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehrkameraden, da die Aufgaben der Feuerwehr nur durch Gemeinschaftsleistungen (heute auch als Teamwork bezeichnet) erfüllt werden können.

 

Grundlage einer soliden Handwerks-Ausbildung sind theoretische Fachkenntnisse, die das Verständnis der Zusammenhänge und Hintergründe fördern und die Einsicht erleichtern, warum bestimmte Dinge in einer bestimmten Art und Weise ausgeführt werden.

 

Theoretische Grundkenntnisse des Verbrennungs- und Löschvorgangs sind beispielsweise Voraussetzung dafür, daß ein Feuerwehrmann die richtige Einsatztechnik verstehen und beherrschen lernt, um einen Brandherd gezielt und z.B. ohne unnötigen Wasserschaden löschen zu können.

 

Ausgehend von diesen Überlegungen muß eine Feuerwehr-Lehre vier Bereiche umfassen:

 
  • Aneignen der Fachkenntnisse (Theorie)
  • Erlernen der einzelnen Fertigkeiten
  • Erlernen der Zusammenarbeit in Staffel, Gruppe und Zug
  • Anwenden und Vertiefen der Fachkenntnisse und Fertigkeiten 
    in Wiederholungen, Übungen und Einsätzen.
 

Die Ausbildung in der Feuerwehr Holzkirchen

 

Die Ausbildung Truppmann umfaßt zwei Teile: 
Teil 1: Feuerwehr-Grundausbildung

 

Dieser Ausbildungsabschnitt ist vergleichbar mit der Ausbildung in einer Lehrwerkstatt und in der Berufsschule. Der zukünftige Truppmann soll die grundlegenden Fachkenntnisse und Fertigkeiten für den Dienst in der Feuerwehr erwerben. Die Grundausbildung umfaßt mindestens 70 Stunden und soll örtlich oder überörtlich in Form von Lehrgängen durchgeführt werden. Die Feuerwehr-Grundausbildung ist die Mindestausbildung für ein Mitwirken bei allen Feuerwehraufgaben, d.h. also auch die Voraussetzung für die Teilnahme am Einsatzdienst.

 
 

Teil 2: Ausbildungsdienst in der Feuerwehr 
(Zwei-Jahres-Programm)

 

Die Ausbildung in der Lehrwerkstatt und in der Berufsschule reicht sicher allein nicht aus. Der Lehrling muß in die Werkstatt, auf die Baustelle, an die Montagestelle usw., um unter Anleitung gezielt praktische Erfahrungen sammeln zu können. Ähnlich verhält es sich in der Feuerwehr-Ausbildung zum Truppmann. Der Grundausbildung folgt ein zweijähriger Dienst in der Feuerwehr mit der Teilnahme am Ausbildungsdienst sowie der Mitwirkung bei Einsätzen und den übrigen Tätigkeiten der Feuerwehr. Unter Anleitung der Führungsdienstgrade und in Zusammenarbeit mit erfahrenen Feuerwehrkameraden soll der Auszubildende dabei ausreichend Erfahrungen sammeln, um dann anschließend selbst als vollwertiger Truppmann zum Einsatz kommen zu können.

 

Die FwDV 2 sieht dazu vor, daß pro Jahr mindestens 40 Stunden Ausbildungsdienst geleistet werden sollen, so daß der zweite Teil der Ausbildung in zwei Jahren 80 Stunden umfaßt. Der Schwerpunkt des Ausbildungsdienstes in der Feuerwehr liegt bei der praktischen Ausbildung. Der Ausbildungsplan für das Zwei-Jahres-Programm umfaßt deshalb mehr als zwei Drittel (ca. 57 Std.) Praxis.

 

Kameradschaft

 

Darüber hinaus wird nicht nur Dienst und Ausbildung unter dem Schutz des heiligen St. Florian getan. Unsere jungen Männer haben in der Freiwilligen Feuerwehr Holzkirchen nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gefunden, sondern auch Freunde und Kameraden, die sich gegenseitig helfen und mit denen man gemeinsam etwas unternimmt. So ist es, daß sich fast jeder am Sport beteiligt (Fußball, Eishockey oder Eisstockschießen).

 

Es wird auch gemeinsam etwas unternommen, wie z.B. ein Wochenende auf einer Hütte, Skiausflüge oder der Besuch von Veranstaltungen. Dieses und vieles mehr prägt die Kameradschaft in unserer Wehr und unter den jungen Männern und Frauen, denn sie machen alles unter dem Motto 

"Einer für alle, alle für einen" und "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr".